Adenom der Zymbal-Drüse mit assoziierter Entzündung

Felix  (aus dem Tierheim)

Er wurde im Alter von 6 Monaten von angeblicher Unverträglichkeit zu Artgenossen zerbissen im Tierheim abgegeben.
E wurde lange im Tierheim wegen Abszessen unter dem Hals behandelt und 2* operiert.
4 Monate später habe ich ihn aus dem Tierheim abgeholt.
Er war immer ein sehr lieber, lustiger Kerl, der sich mit meinem großen Rudel von damals 8 Tieren gut vergesellschaften ließ.

Im Alter von  13 Monaten war sein Allgemeinbefinden plötzlich sehr schlecht. Er wollte nichts essen und schien an der rechten Kopfseite Schmerzen zu haben.
Es war jedoch äußerlich nichts zu sehen, fühlen oder zu riechen.

Beim Tierarzt wurden Röntgenbilder angefertigt und in Mund und die Ohren geschaut. 
 
 nur auf diesem RB konnte man im Gewebe eine Veränderung erahnen

Mund war unauffällig, es waren äußerlich am Kopf/Kiefer keinerlei Schwellungen zu ertasten.
Das linke Ohr war sauber und unauffällig.
Das rechte Ohr war nicht bis zum Trommelfell einsehbar, eine kleine Ansammlung war zu erkennen.

Therapie: Schmerzmittel und Antibiotika

Jedoch verschlechterte sich sein Zustand gravierend.
Wenige Tage später roch das Ohr eitrig und der Eiter floß sozusagen aus dem Ohr.
Es wurden Ohrtupfer genommen (Befund kommt noch).
1-2 Tage, nachdem der Eiter aus dem Ohr kam, lief das Ohr mit Blut immer wieder voll. Ich konnte dann jeweils bis zu 6 Wattestäbchen "vollsaugen"

Auch schien eine eine Art "Lähmung" im Gesicht zu haben, konnte nur mit einer Seite Brei lecken.
Alles sehr ungewöhnlich für eine "normale" Mittelohrentzündung.
Wir haben uns entschlossen, den ehemals immer lustigen Felix gehen zu lassen. Er wurde zur Obduktion eingeschickt.

Befund:
Beurteilung: Die Erkrankungsursache der euthanasierten Ratte war ein Adenom der Zymbal-Drüse mit assoziierter Entzündung.
Dieser gutartige Tumor geht von Drüsenepithelzellen aus, tritt bei Ratten spontan auf und kann durch raumfordendes Wachstum in den äußeren Gehörgang einbrechen.
Die lympho-histiozytäre und eitrige Entzündung ist wahrscheinlich sekundär bakteriell entstanden und zeigte eine Ausdehung in Mittelohr und äußeren Gehörgang.

Befund der Tuperproben:
kommt noch
    

Info mit einem ähnlichen Verlauf
A 1-year-old sexually intact male fancy rat (Rattus norvegicus) was presented for unilateral purulent otitis externa and weight loss. A small amount of bloody discharge was noted at the ostium of the left ear canal.
The canal and the surrounding tissue were firm to the touch. Mild left-sided enophthalmos and facial nerve paralysis were noted. Otoscopic examination demonstrated caseous debris, and a swab of
the external ear canal demonstrated a mixed population of rods and cocci on cytological evaluation. Bacterial culture of the external ear canal grew Escherichia coli.
The rat was initially placed on oral and topical antimicrobial therapy. Despite treatment, the condition of the affected ear deteriorated and the rat continued to lose weight.
Other clinical signs observed at this time included a worsening of the facial nerve paralysis, head tilt, and circling. A biopsy sample of the swollen tissue surrounding the left ear canal was collected; however,
 the rat died the day following the biopsy procedure. Histopathology of the biopsied tissue revealed an invasive neoplasm consistent with a Zymbal gland (auditory sebaceous gland) carcinoma.
Zymbal glands are modified sebaceous glands surrounding the ear canal of rodents. Although chemically induced neoplasia of these glands is frequently observed, spontaneous tumor formation is much less common. Tumors of the Zymbal gland should be considered as underlying causes for unilateral otitis externa in rats.
Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1557506316300040


ZYMBAL GLAND (Fotos)
https://reni.item.fraunhofer.de/reni/trimming/manus.php?mno=034